2026
OTTO STEINERT - DER LICHTBILDNER
Otto Steinert, 1915 in Saarbrücken geboren († 1978 in Essen), war passionierter Hobbyfotograf, studierte Medizin, trat zum 1. Juni 1936 der NSDAP bei und diente im Zweiten Weltkrieg als Stabsarzt. Nach 1945 wurde er in Kiel Geschäftsführer und Mitgründer des Studentenwerks, zugleich als Assistenzarzt tätig. Ins Saarland zurückgekehrt, bewarb er sich 1946 erfolglos um eine Assistenzarztstelle am Landeskrankenhaus Homburg/Saar und wandte sich stattdessen der Fotografie zu, die an die Traditionen des Neuen Sehens und der Bauhausfotografie anknüpfte. 1947 eröffnete er ein Atelier für künstlerische Fotografie, 1948–51 war er offizieller Theaterfotograf in Saarbrücken. Im selben Jahr 1948 berief ihn Henry Gowa an die Staatliche Saarländische Schule für Kunst und Handwerk als Leiter der neu gegründeten Fotoklasse; 1952 wurde er Direktor der Schule. Zusammen mit der avantgardistischen Gruppe fotoform, die er 1949 mitbegründete, erzielte er ab 1950 – verstärkt durch die Ausstellung subjektive fotografie 1951 – große internationale Beachtung. Die drei von ihm initiierten Ausstellungen subjektive fotografie (1951 und 1954 in Saarbrücken, 1958 in Köln) gelten als internationale Höhepunkte der Fotografie nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Lehrer, der von Schülern als streng und autoritär beschrieben wurde, prägte er Generationen von Fotografen – zunächst in Saarbrücken, dann ab 1959 an der Folkwangschule in Essen, deren Vizedirektor er wurde. Neben seiner Lehre und eigenen fotografischen Arbeit wirkte er als Ausstellungsmacher, Autor, Sammler und Verbandsfunktionär. Die international bekannte Fotosammlung des Museum Folkwang geht auf seine Initiative zurück. Der Fotograf Timm Rautert und die Kuratorin Ute Eskildsen berichten im Film u. a. über ihren Lehrer und seine Bedeutung.
30 Min., HD, stereo, 16:9, für SR. Red.: Sabine Janowitz